Rosen, Torten, Poesie

Am 15.02.2019 hatte die Initiative Südbahnhof / Glaskopf / Hansenhaus zur Veranstaltung Torten, Rosen, Poesie in die Gemeinschaftsräume der Hansenhausgemeinde eingeladen.
Bei Frühlingstemperaturen, strahlend blauem Himmel und herrlichem Sonnenschein hatten sich überwiegend HansenhäuserInnen eingefunden.
Bei diesem Wetter hatte man Lust, den Gedichten von Rilke, Busch, Mörike, Eichendorff, Fontane, Hölderlin, Schiller und Hesse zu lauschen.
Das Hansenhausviertel ist mit schönen Straßennamen Deutschlands bekanntester Dichter ausgezeichnet.

Passend zu unserem schönen Kaffenachmittag mit einer wunderbaren Tortentafel mit schönsten Rosen wurden Gedichte wie folgt verlesen:

Was schon in luftigen Träumen
Sie, die im Traum ich liebte.
Die Augen wie die Sterne,
die Lippen wie die Rosen,
die seien nun geküsst;
und Worte wie die Lieder erlausche Herz
und Sinn,
in Worten kling, es wieder
wie glücklich heut ich bin.
Theodor Fontane (1819 -1898)

Am Abendhimmel blühet ein
Frühling auf;
Unzählig blühn die Rosen
Und ruhig scheint die goldne Welt:
Oh dorthin nimm mich purpune Wolken
Und möge droben in Licht und Luft
zerinnen mir Lieb`und Leid!
Friedrich Hölderlin (1770 -1843)

Die Rose sprach zum Mägdelein:
Ich muss Dir ewig dankbar sein,
dass du mich an den Busen drückst
Und mich mit deiner Huld beglückst.
Das Mägdlein sprach: O Röslein mein,
bild dir nur nicht zuviel drauf ein,
dass du mir Aug und Herz entzückst.
Ich liebe dich, weil du mich schmückst!
Wilhelm Busch (1832 – 1908)

Rosenzeit! Wie schnell vorbei,
schnell vorbei
bist du gegangen!
Wär mein Lieb nur blieben treu,
blieben treu, sollte mir nicht bangen.
Eduard Mörike (1805 -1875)

Erstes Rosenerwachen
Und ihr Duften ist zag
Wie ein leisleises Lachen
Flüchtig mit schwalbenflachen
Flügel streift es den Tag;
Und wohin du langst,
da ist alles noch Angst.
Jeder Schimmer ist scheu,
und kein Klang ist noch zahm,
und die Nacht ist zu neu,
und die Schönheit ist Scham.
Rainer Maria Rilke (1875 -1926)

Rosen, Rosen bringe.
Rosenduft soll wehn.
Wenn ich trink und singe,
will ich Rosen sehn.
Gottfried Keller (1819 – 1890)

Nun lass den Sommer gehen,
las Sturm und Winde wehn,
Bleibt diese Rose mein,
wie könnt ich traurig sein?
Joseph von Eichendorff (1788 -19857)

Mit diesen poetischen Zeilen einiger deutscher Dichter möchte ich Sie, liebe Leser der Hansenhausnachrichten, herzlich grüßen und Ihnen eine schöne Frühlingszeit wünschen.

Mit einer Landgraf-Philipp-Torte, einer Sauerkirsch-Eierlikör-Torte und einer Erdbeer-Sahne-Torte, Käsekuchen mit roten Rosen und Apfelrosenmuffins boten die schönen Gedichte bekannter Dichter aus unserem Viertel eine köstliche Abrundung und sorgten für einen leckeren Genuss der Kaffeetafel.

Marianne Wölk

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