Otto Ubbelohde

Zu Besuch bei Otto Ubbelohde

„Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt ist so nah“, fand einmal mehr seine Bestätigung beim kleinen Nachmittagsausflug unserer Gemeinde am 30.06.2017 nach Goßfelden, um dort das Otto Ubbelohde Museum zu besuchen und anschließend auf dessen Spuren zu gehen.

Mit privaten Pkw´s sind wir zum Wohnhaus des vor 150 Jahren in Marburg geborenen und vor 95 Jahren in Goßfelden verstorbenen Malers Otto Ubbelohde gefahren. Empfangen wurden wir von Karl-Heinz Görmar, der vielen noch als Musikbegleiter bei der Veranstaltung „Musik zur Sammeltasse“ am 2. Dezember letzten Jahres in unseren Gemeinschaftsräumen bekannt ist. Die Präsentation der Biographie, des Wohnhauses und der dort ausgestellten Gemälde übernahm Ludwig Rinn aus Heuchelheim, der Vorstandsvorsitzender der Otto Ubbelohde Stiftung ist.

Ubbelohde wurde am 5. Januar 1867 in Marburg geboren, machte am Gymnasium Philippinum das Abitur, studierte Kunst in Weimar und München, hatte Kontakt zu den Künstlerkolonien Dachau und Worpswede und wurde später Mitglied der Willingshäuser Malerkolonie. Er war Maler, Radierer und Illustrator. Weltweit bekannt ist er durch seine Illustrationen zu den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Die Malerei, insbesondere von Landschaften und Stilleben bestimmten ganz wesentlich sein künstlerisches Schaffen. Die Landschaften im engeren und weiteren Umfeld zu seinem Wohnhaus finden wir einzigartig und unnachahmlich in seinen Bildern wieder. Die Porträts seiner Ehefrau zeigen aber auch seine außerordentliche Begabung als Porträtmaler.

Das Wohnhaus in Goßfelden wurde zum Mittelpunkt seines Lebens und seines künstlerischen Wirkens. Er kaufte das Wiesengrundstück in der Auenlandschaft der Lahn in dem Wissen, dass es von Hochwasser bedroht ist. Das Atelier- und Wohnhaus wurde nach Ideen des englischen Landhausbaus ohne Architekt nach seinen eigenen Entwürfen in Zusammenarbeit mit den örtlichen Bauhandwerkern in Fachwerk und Kratzputz errichtet. Im Jahre 1900 wurde es von ihm und seiner Ehefrau Hanna bezogen. 1905 und 1914 fanden Erweiterungen statt. Das Künstlerhaus und der künstlerische Nachlass, der etwa 3.000 Skizzen, Zeichnungen und Gemälde umfasst, wurde 1991 durch eine testamentarische Verfügung von Else Ubbelohde-Doering in die Ubbelohde Stiftung überführt. Die Stiftung setzte das Anwesen wieder instand, so dass es 1999 als Museum eröffnet werden konnte.

Nach der Führung durch die Ausstellung begann der Rundweg „Auf den Spuren von Otto Ubbelohde“ in einer Länge von 1,5 Kilometer durch das alte Goßfelden. Karl-Heinz Görmar führte uns zu 14 von 16 Stationen, an denen man die Motive von Ubbelohde in seinen Zeichnungen, Gemälden und Märchenillustrationen noch heute wiedererkennen kann. Der Rundweg begann am und im Naturgarten neben dem Wohnhaus und endete am Grab von Otto und Hanna Ubbelohde auf dem Friedhof in Goßfelden. Am Ende des Rundweges konnten wir uns bei Kaffee und Kuchen der Frau Görmar im Gemeindehaus neben der Kirche ein wenig von den vielen informativen Eindrücken erholen.

Nach etwa 4 Stunden fand ein wunderbarer Ausflug auf den Spuren des Malers Otto Ubbelohde in dem früheren Deutschordensdorf Goßfelden zur Zufriedenheit aller Teilnehmer sein Ende. Bei einem Teilnehmerpreis von 4,00 Euro wurde viel zur geistigen, kulturellen Erbauung und Anregung, zur körperlichen Ertüchtigung und zum leiblichen Wohl geboten.

Jochen Wölk

 

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2 Kommentare

    • Rosemarie Berghöfer on 17. Juli 2017 at 7:54
    • Antworten

    Woher weiß ich als normales Mitglied der Hansenhaus-Gemeinde, dass eine solche Veranstaltung geplant und durchgeführt wurde. In den Hansenhaus-Nachrichten war davon nichts zu lesen. Braucht man dafür Insiderwissen,? Schön, dass es so toll war!

    1. Sehr geehrte Frau Berghöfer,

      vielen Dank für Ihren Kommentar.
      Wir haben Ihnen per Mail geantwortet.

      Liebe Grüße

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