Bismarck-Promenade

Zustand der Bismarck-Promenade

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Stötzel,

die Hansenhaus-Gemeinde bittet Sie als zuständiger Dezernent um Prüfung und Stellungnahme, 

  1. ob zur Verbesserung der Begehbarkeit das Laub auf der Bismarck-Promenade zumindest auf den beiden Spazierwegen von der Straße Am Rabenstein bis zur Richtstätte/Kinderspielplatz im Herbst 2 besser 3 Mal mittels Laubbläser in den angrenzenden bewaldeten Bereich geblasen wird, damit es dort und nicht auf den beiden Wegen verrottet;
  2.  ob noch vor dem kommenden Frühjahr der Boden der beiden Spazierwege bis zu ihrer Vereinigung und darüber hinaus bis zum Kaffweg/Gerichtsweg unter Beibehaltung ihres naturbelassenen Zustandes so befestigt werden, dass Spaziergänger sie unabhängig vom Alter auch mit Gehhilfe, Rolator oder Kinderwagen sicher begehen können;
  3. ob Bänke zum Verweilen an Stellen aufgestellt werden, die eine Sicht nicht nur auf Gestrüpp sondern auf unsere wunderschöne Stadt ermöglichen;
  4. ob an markanten Stellen der Promenade Lampen aufgestellt werden könne,
  5. ob wenigstens ein Teil des Gestrüpp und Buschwerk im Bereich der Richtstätte und des Kinderspielplatzes beseitigt werden kann, um eine freie Sicht auf die Stadt zu haben.

Die Bismarck-Promenade wurde 1904 zunächst als Wanderweg vom Cappeler Berg bis zu den Gaststätten Hansenhaus Rechts und Links angelegt und 1909 bis zum Südbahnhof erweitert. Er war zu keinem Zeitpunkt Waldweg. Der Weg war beliebt wegen der allseits schönen Aussicht auf die Stadt. 1912 wurden auf einem 80 ar großen Gelände zwischen Richtstätte und Hansenhaus Rechts 2000 Bäume (Eiche, Lärchen und Birken) gepflanzt.

Am 23.01.1970 wurde von der Stadtverordnetenversammlung der Teilbereich der Landschaftsschutzverordnung des Landschaftsschutzgebietes der Universitätsstadt beschlossen, damit eine Ausweitung der Wohnbebauung in diesem Bereich verhindert wird. Die Bismarck-Promenade befindet sich nur zu einem geringen Teil innerhalb des ausgewiesenen Gebietes.

Anders als im Naturschutzgebiet besteht im Landschaftsschutzgebiet kein „absolutes Veränderungsverbot“. Nur solche Veränderungen sind verboten, die das Typische der Landschaftsbild tangieren, d.h. wenn ein dem Charakter des Landschaftsbildes bestimmendes Element mit einer erkennbar nachteiligen Beeinträchtigung des Erscheinungsbildes der Landschaft verändert wird (vgl. Schumacher/Fischer-Hüftle, BnatSchG, § 26 Rn. 26).

Im Flächennutzungsplan der Stadt Marburg ist der größte Teil der Fläche im Bereich der Bismarck-Promenade als Grünfläche und nur ein geringer Teil als Fläche für die Forstwirtschaft (Wald) ausgewiesen. Vom Cappeler Berg bis zur Parkanlage am Bismarckturm ist die Bismarck-Promenade Teil der Wohnbebauung.
Der Weg vom Bismarckturm über die Straße Am Rabenstein hin zur Doppelbank am Kinderspielplatz befindet sich im Grünflächenbereich. In den 90er Jahren wurden in diesem Bereich von der Stadt Rhododendronsträucher angepflanzt, um ihn parkähnlicher zu gestalten.
Die Fortsetzung der Bismarck-Promenade über die Straße Am Rabenstein hin zur Richtstätte befindet sich dagegen im Waldbereich. Er begrenzt die Bewaldung unterhalb des Weges.

Der Orkan Kyrill hat am 18.01.2007 dazu geführt, dass der Baumbestand unmittelbar neben der Richtstätte und vor der Wiese neben dem Kinderspielplatz beseitigt wurde. Es entstand Wildwuchs weil entgegen den Wünschen der Bevölkerung Nichts gegen die Verunkrautung durch wilde Brombeeren und Ahornsträucher unternommen wurde.

Wir möchten, dass die Bismarck-Promenade wieder auf seiner vollen Länge attraktiv wird und von den Anwohnern, den Bürgern und den Besuchern unserer Stadt zur Erholung, Entspannung und Begegnung genutzt werden kann. Es ist völlig unverständlich, dass die Bismarck-Promenade in den letzten Jahren leider vernachlässigt worden ist und die vielen Versuche der Hansenhaus-Gemeinde auf Verbesserung des Zustandes von der Verwaltung mit unzutreffenden Argumenten beantwortet wurden.

Wir laden Sie zu einer gemeinsamen Begehung ein, damit Sie sich ein eigenes Bild über diese Promenade machen können.

Wir wünschen Ihnen bei Ihrer neuen Aufgabe als Bürgermeister Gesundheit, viel Kraft, weiterbringende Ideen zur Stadtentwicklung, immer ein gutes Händchen und viel Freude an Ihrer Arbeit und Aufgabe.

Herzliche Grüße
Hans-Joachim Wölk

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